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Bauentwurfslehre - vom Manuskript zum gedruckten Buch

Julia Ehl
    Julia Ehl
Im Folgenden stelle ich aus meiner Sicht - als betreuende Lektorin der Bauentwurfslehre im Vieweg Verlag - dar, welche Bearbeitungsschritte vom Manuskript bis hin zum gedruckten Buch im Verlag notwendig sind, bevor eine neue Auflage zum Verkauf vorliegt.


Kontrollieren und Korrigieren

Zunächst wird das Manuskript von den Autoren im endgültigen Layout und mit allen Zeichnungen als Datensatz an den Verlag übergeben.

Das Lektorat überprüft nun die Inhalte auf einem Papierausdruck sowohl formal (Ist die Bildzählung korrekt? Ist die Rechtschreibung stringent?) als auch fachlich (Wurde die aktuelle Normung berücksichtigt?) und führt gegebenenfalls Korrekturen durch.

Die erforderlichen Korrekturen werden anschließend nach Rücksprache mit den Autoren in den Datensatz eingearbeitet und erneut geprüft.

Gleichzeitig mit der Schlusskorrektur werden Buchumschlag und Schuber mit den dazugehörigen Klappentexten und den gestalterischen Elementen mit den Autoren abgestimmt und auch die Grundfarben für das Cover der aktuellen Auflage festgelegt.

Nach Abschluss der Bearbeitung des Buchinhalts wird das Inhaltsverzeichnis und - nach den Vorgaben der Autoren - ein Sachwortverzeichnis erstellt und in den Datensatz eingepflegt.

Produktion anstoßen

Der vollständige Datensatz wird jetzt an eine Druckerei weitergeben. Dort werden zunächst Druckfilme erzeugt, die auf Druckplatten aufgezogen und anschließend auf Papierbögen gedruckt werden.(Durch das DIN A 4 Format der Bauentwurfslehre passen auf jeden Papierbogen exakt 16 Buchseiten.)

Ist der Druck abgeschlossen, werden die Bögen noch einige Tage getrocknet, damit die Buchseiten nicht durch nasse Druckerfarbe verkleben oder abfärben.

Jetzt werden die Papierbögen so geschnitten und gefalzt, dass sie - in der entsprechenden Reihenfolge sortiert - gebunden werden können.Da die mittige Falzung der Papierbögen nicht immer 100%ig gleich von statten gehen kann, erhält das bereits gebundene Buch seine endgültige "Form" durch die gleichmäßige Beschneidung der Seitenränder - den sog. "Schnitt des Buches".Zuletzt wird das Buch in einen Schutzumschlag eingeschlagen, in einen Schuber geschoben und sogar einzeln verschweißt, um das Buch möglichst geschützt auszuliefern.

Was in dieser Darstellung wie ein kurzer und einfacher Prozess wirkt, dauert bei einem 650 Seiten starken Manuskript einschließlich Druck und Bindung mehrere Monate - dabei ist die z.T. mehrjährige Manuskripterstellung durch die Autoren natürlich noch nicht berücksichtigt!

September 2002
Julia Ehl
Lektorat Bauwesen
Vieweg Verlag